Der gefährlichste und beliebteste Markt

19. Oktober 2011

Irgendetwas stimmt derzeit nicht an der Wall Street. Janet Napolitano hat gestern die Eröffnungsglocke im Hauptquartier der NASDAQ geläutet. Es war nicht wie üblich der CEO eines neu gelisteten Unternehmens, sondern die Leiterin von Homeland Security.

Die Wall Street ist ein gefährlicher Ort. Falls Sie sich ihres Lebenswerks berauben lassen wollen gibt es keinen besseren Ort dafür als diesen. Der durchschnittliche Investor ist meist unbedarft und daher das perfekte Ziel von Räubern und Betrügern.  Nehmen Sie nur die Exchange Traded Funds (ETF). Sie werden von den Emittenten als sicher und einfach angepriesen, sind oft aber das genaue Gegenteil. Im vergangenen Dezember hat das Volumen der in den USA gehandelten ETFs zum ersten Mal die Marke von 1 Bio. US-Dollar überschritten. Dieses Volumen ermöglicht gefährliche Marktbewegungen wie den Flash Crash im Mai 2010.

Der ETF SPDR S&P 500 (NYSE: SPY) erzählt die Geschichte. In den Stunden vor dem Flash Crash wurden minütlich ungefähr 1 Mio. Stück des Papiers umgesetzt. Während des Flash Chrashs wurden dann ganze 85 Mio. innerhalb von 20 Minuten umgesetzt. Der durchschnittliche ETF-Investor hatte davon keine Ahnung. Während er etwa beim Arzt saß, schmolzen seine Ersparnisse in Form von ETFs zusammen.

In jedem Fall muss man die Risiken, die man eingeht, kennen. Der neue Markt ist nicht wie damals. Er ist größer, cleverer und gefährlicher. Ich hoffe, dass die Wall Street einen Weg findet, den ETF-Markt zu kontrollieren. Bis es soweit ist, werden wir noch viel mehr dieser gefährlichen Kursschwankungen erleben,

Mit freundlichen Grüßen,

Andrew Snyder

US-Redakteur Taipan

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