Die Gesichter des Betrugs
2. April 2009Wir leben in eigenartigen Zeiten. In seltsamen Zeiten. Sie sind sogar ein wenig komisch, aber eher von der Art komisch, wie bei der Frage: “Riecht es nicht etwas komisch?”
Es ist noch nicht so lange her, als wir unsere Feinde in sicherer Entfernung wähnten. Sie waren einfach zu identifizieren und sie lebten in Ländern mit fremden Namen und eigenartigen Gebräuchen. Und damit unsere Soldaten auch wussten, wie unsere größten Feinde aussehen, haben wir ihnen Spielkarten ausgehändigt.
Die ganze Sache hat relativ gut funktioniert, denn kurz nach dem Einmarsch im Irak fand man das Original zusammengekauert in einem Erdloch, nahe seiner Heimatstadt Tikrit.
So, und jetzt sind wir sicher, nicht wahr? Job erledigt. Fait accompli. Fin.
Unglücklicherweise waren schon zu dieser Zeit Feinde im Inneren zugange, die genau jenen Wohlstand und die Sicherheit gefährdeten, welche die Soldaten unter Einsatz ihres Lebens verteidigen sollten.
Und diese Feinde kamen nicht von weit her. Sie trugen keine eigenartige Kleidung und aßen keine Gerichte, die uns fremd waren. Es waren jene Personen, die man in unserem Kulturkreis als anständig betrachtete. Sie hatten ein freundliches Lächeln und einen festen Händedruck. Es waren Personen wie Bernie Madoff.
Es überrascht daher nicht, dass erst gestern Topps, ein Unternehmen, das sein Geld mit Baseball-Trading Cards verdient, eine neue Kartenserie angekündigt hat, die den weltweit größten Scharlatanen, Tricksern und Schwindlern gewidmet ist.
Aber es wäre natürlich eine Schande, wenn in dieser Serie nur jene Personen auf Karten abgebildet würden, die mit einem Milliardenraub auftrumpfen können.

Und in diesem Sinne präsentiere ich Ihnen an dieser Stelle die erste Karte meiner eigenen neuen Trading Cards-Serie. Ich hätte natürlich auch mit Alan Greenspan beginnen können. Aber ich wollte die Serie mit einem Bösewicht beginnen lassen, der im Moment noch richtig gut im Geschäft ist.
Mit den allerbesten Grüßen,
Adam Lass
US-Redakteur Taipan





