Könnte die Rekordarbeitslosigkeit möglicherweise von Vorteil sein?

6. April 2009

„Schnellster Arbeitsplatzverlust aller Zeiten!”

Wow, was für eine hässliche Schlagzeile. Während die Staatschefs aller Welt in London Hand in Hand die Welt retten, macht irgendein Washingtoner Bürokrat mit der Zahl 663.000 alles zunichte. So viele Amerikaner verloren nämlich vergangenen Monat ihren Job.

Heute habe ich drei Charts für sie parat, von denen jeder die Muster des Arbeitsmarktes in Zusammenhang mit Rezessionen bringt. Den ersten beiden Charts ist zu entnehmen, dass die Arbeitslosigkeit während einer Rezession steigt.

Obwohl die Arbeitslosigkeit in absoluten Zahlen wohl noch nie so groß war wie heute, liegt die offizielle Arbeitslosenquote mit 8,5% deutlich unter dem Stand von 1982 (10,8%). Ich lege Wert auf das Wort „offiziell”, da die Arbeitslosenquote unter Berücksichtigung aller Kurzzeitarbeiter locker bei 15% liegen würde. Beim Betrachten der ersten beiden Zeitreihen fällt auf, dass die Arbeitslosigkeit während expansiver Geschäftszyklen recht durchgängig zurückgeht, zu Beginn einer Rezession ansteigt und nach Ende einer Rezession schnell wieder fällt.

Bei einem Blick auf die Entwicklung der letzten 20 Jahren ist nun eine deutliche Veränderung des Musters erkennbar. Nach einem Ende der Rezession stieg die Arbeitslosenquote um rund einen Prozentpunkt! Was geschieht hier? Eigentlich ist es ganz einfach. Während Washington einen „anteilnehmenden Konservatismus” predigte, kannte die Wall Street keine Reue und nutzte die Gelegenheit, um sich überflüssiger Arbeitskosten zu entledigen. Tatsächlich steigerte die Wirtschaft ihre Gewinne in den fünf Quartalen nach Rezessionsende, ohne Leute einzustellen. Das bedeutet von einem Investmentstandpunkt aber auch, dass einer Erholung der Aktienmärkte nicht unbedingt ein Rückgang der Arbeitslosigkeit vorangehen muss.

Mit den besten Grüßen,

Adam Lass
US-Redakteur Taipan

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