Steht die Erholung unmittelbar bevor? Nein, aber mit ein wenig Geduld und Fleiß wird sie kommen

16. April 2009

Ich habe dieses Jahr sehr interessante Ostertage verbracht. Und natürlich kamen beim gemeinsamen Essen mit meiner Familie die typischen Fragen auf:

“Also, großer Finanzmensch, warum hast du uns nicht vor diesem ganzen Schlamassel gewarnt?”"Das habe ich doch, Onkel, aber keiner hat mir geglaubt.”

Und mein Großneffe, der sich gerade im Ivy League College eingeschrieben hat, fragte: “Soll ich mein Hauptfach Wirtschaft hinschmeißen?”

“Nein. Bist du deinen Abschluss hast, haben die meisten Investoren die Krise vergessen und sind bereit für einen neuen Irrsinn.”

Ein verschwenderischer Cousin: “Was sollen wir bloß tun?”

“Genau das, was du bereits in der Vergangenheit hättest tun sollen: Zahl deine Schulden ab.”

Und natürlich, die Frage aller Fragen: “Wann werden wir es hinter uns haben?”

Um auf diese Frage einzugehen, muss ich etwas weiter ausholen. Während wir einen Cocktail tranken, erreichte mich die Nachricht, dass eine gute Freundin von mir mit einer seltenen Krankheit im Krankenhaus liegt. Ich ließ mich praktisch stündlich über ihren Zustand informieren, und nach ein paar Tagen stand fest, dass sie die kritischen ersten Tage zur Überraschung des Arztes überlebt hatte.

Ich sehe zwischen der Situation meiner Freundin und der aktuellen Wirtschaftslage einige Parallelen. In beiden Fällen gab es bereits in der Vergangenheit Anzeichen für eine unliebsame, aber doch unvermeidbare Überraschung. Die früheren Krankheiten meiner Freundin hatten ihre gesundheitlichen Reserven stark angegriffen – ebenso wie uns unsere Gleichgültigkeit gegenüber der privaten und Staatsverschuldung verwundbar gemacht hatte.

Und nun ist natürlich die Frage: Wann wird es uns wieder besser gehen? In beiden Fällen hoffen wir das Beste. Aber: Wir sind in beiden Fällen noch nicht aus dem Gröbsten heraus. Und selbst danach steht uns noch ein wahrlich langer Weg der Erholung bevor. Ökonomen gehen davon aus, dass eine tatsächliche Erholung – im besten Fall – ab dem Jahr 2010 eintreten wird. Bis dahin dürften wir einen holprigen, sehr holprigen Weg vor uns haben.

Trotzdem sollten Sie den Kopf natürlich nicht in den Sand stecken. Durch eine gute Auswahl an kurzfristigen Puts und langfristigen Calls können Sie die Zeit bis zum nächsten Bullenmarkt überbrücken. So bieten sich beispielsweise langfristige LEAPS auf Chevron oder ArcelorMittal an, die derzeit sehr günstig sind. Gleichzeitig sollte das Risiko durch Puts auf potenzielle Verlierer (Bankenwerte, Boeing oder Einzelhändler wie Gap) minimiert werden.

Mit den besten Grüßen,

Ihr Adam Lass
US-Redakteur Taipan

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