Chinas heimlicher Rückzug vom US-Dollar hat begonnen (Teil 1)
21. April 2009China ist sich seines kleinen “Problems” durchaus bewusst – nämlich seiner Reserven von 1,3 Billionen US-Dollar. Und hierbei handelt es sich um kein Problem, das leicht zu lösen ist. Sollte den Chinesen jedoch irgendwann das Wasser bis zum Halse stehen, so könnten sie sich selbst das Gewehr an den Kopf setzen (und damit auch gleichzeitig Uncle Sam), indem sie Amerika damit drohen, ihre US-Dollar auf den Markt zu werfen. Natürlich wäre dies eine Art von Verzweiflungstat, die dem Ansehen der Chinesen schaden würde.
Trotzdem verlangt das Problem nach einer Lösung. Während sich die US-Politiker damit zufrieden geben Dame zu spielen, bevorzugen die Chinesen das Schachspiel, oder vielmehr: Go – das alte Spiel mit den schwarzen und weißen Steinen, das noch komplexer als Schach ist. Daher suchen die Chinesen auch nicht die direkte Konfrontation mit ihrem Gegner, sondern sie gehen subtiler vor und ändern zunächst die Peripherie.
Das Vorgehen lässt sich dabei am besten mit einem Begriff aus der Evolutionstheorie beschreiben, dem “Punktualismus”. Die Kernaussage besteht darin: Das Zentrum verändert sich nicht. Es bleibt relativ stabil, während sich um das Zentrum herum, in der Peripherie, interessante Dinge ereignen. Und diese Veränderungen greifen mit der Zeit immer schneller um sich und gewinnen zunehmend an Bedeutung. Und dann, wie aus dem Nichts, ist die Dominanz des alten Zentrums in Gefahr. Denn fast unmerklich hat sich in der Peripherie ein neues Zentrum gebildet.
Und eben auf diese Weise muss auch China handeln. Das Land muss klein anfangen und hierbei mit Umsicht vorgehen. Aber es gibt auch einen Zeitfaktor. Je länger China für die Ausführung seines Plans benötigt, desto größer ist die Gefahr, dass das Land große Teile seines Wohlstands verliert.
Beim nächsten Mal werde ich Ihnen erläutern, welche Maßnahmen China jüngst in der Peripherie vorgenommen hat – und zu welchen dramatischen Veränderungen diese Schritte führen können.
Mit den besten Grüßen,
Justice Litle
US-Redakteur Taipan




