„Weniger ist mehr“
4. Mai 2009
Dieses Zitat wird gemeinhin Mies van der Rohe zugesprochen, welcher das Motto gewiss beherzigt hat. Er und seine minimalistischen Kollegen Walter Gropius und Le Corbusier erfanden einen völlig neuen Stil, demzufolge das perfekte Eigenheim aus einem leeren Kasten bestand, bar jeden Möbelstücks, ja selbst Menschen. Der Mensch ist so unlogisch, schmutzig und organisch, dass er das Konzept mit seiner Anwesenheit bloß verderben würde. Darum lasse ich den Menschen bei der Bewertung von Unternehmen und Volkswirtschaften außen vor und konzentriere mich auf wertbasierte und technische Analysen.
Nachfrage lässt nach…
Das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium hat bis Ende 2009 einen Rückgang der Baumwollnachfrage um 10,5% prognostiziert. Also müsste der Preis der Baumwolle sinken, oder?
…Preis steigt!
Falsch! Während ich diese Zeilen schreibe legen Baumwolle-Futures auf rund 0,53 Cents je Pfund zu, was seit Anfang des Jahres einem Anstieg um 8,5% entspricht. Hier greift eine der eher perversen Facetten des „Weniger ist mehr”-Prinzips. Eine rückläufige Nachfrage impliziert, dass die Bauern in diesem Frühjahr weniger Felder bestellen. Und ein solcher Produktionsrückgang ruft sofort die Spekulanten auf den Plan. Zeitgleich stieg nämlich der Chinesische Einkaufsmanagerindex (CPMI) zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten über die Marke 50. Ein Indexstand von mehr als 50 signalisiert ein Wachstum, sodass davon ausgegangen wird, dass die Chinesen mehr Baumwolle wollen als wir herstellen können.
Chevron (CVX:NYSE) meldete für das erste Quartal vor dem Hintergrund des rückläufigen Ölpreises einen Gewinnrückgang von 64%. Derzeit ist die Aktie von Chevron für gut 66 USD erhältlich, wobei das Abwärtspotenzial dank einer doppelten Bodenbildung lediglich bis 55 USD reicht. Angesichts der CPMI-Entwicklung erscheint es eine lohnende Wette, auf Sicht der nächsten sechs Monate auf steigende Ölpreise zu setzen. Und damit auf einen Anstieg des Aktienkurses von Chevron.
Mit freundlichen Grüßen,
Adam Lass
US-Redakteur Taipan
P.S. auf unserem Spezialreport finden Sie weitere Hinweise !




