Das Finanzsystem ist eine Farce
25. Januar 2012Viele Entwicklungen des vergangenen Jahres haben ans Lächerliche gegrenzt. Und trotz einiger positiver Nachrichten aus den USA gab es wenig, was unsere pessimistische Stimmung anfechten konnte.
Allein schon MF Global. Inzwischen sind drei Monate seit dem Skandal vergangen und die US-Beamten haben noch immer nicht die verschollenen 1,2 Mrd. Dollar Kundengelder finden können. Die CME, welche die Broker an die Kette legen soll, hat ein Desaster erlebt. In den vergangenen Wochen wurde ein erstaunliches Netz von Transaktionen zwischen MF Global, JPMorgan und Goldman Sachs offengelegt. Im Endeffekt wurden die Interessen der Kunden von MF Global zugunsten von Akteuren mit größeren Interessen missachtet. Das ist nicht das, was ein Regulierungssystem leisten sollte.
Dann gab es noch den Dodd-Frank Act, die umfangreiche Reform der Finanzmärkte. Wir sind sicher keine Freunde überzogener Regulierung, aber Dodd-Frank war im Wesentlichen dazu gedacht, den möglichen Fall einer „Too Big to Fail“-Bank zu regeln. Daran gibt es nichts auszusetzen. Aber fast zwei Jahre nach der Unterzeichnung des Gesetzes durch Präsident Obama müssen wir fast lachen angesichts des Wenigen, das vom Gesetz bislang umgesetzt worden ist.
Die Europäische Zentralbank. Die EZB musste im Dezember einschreiten, um einen totalen Zusammenbruch des europäischen Bankensystems zu verhindern. Es wurden 523 Banken mit insgesamt 489,1 Mrd. Euro bei einem Zinssatz von 1% ausgestattet. Dadurch werden die Banken in die Lage versetzt, billiges Geld andernorts deutlich rentabler anzulegen.
Man kann nur sehr schwer vorhersagen, was dem Aktienmarkt in diesem Jahr blüht. Alles könnte passieren. Zu Beginn des Jahres 2012 gibt es beträchtliche Schuldenprobleme in den USA, in China und in Europa. Wir werden unsere Position aus 2011 beibehalten und weiterhin auf Edelmetalle setzen.
Eric Sprott & David Baker




