Es lebe der Unterschied

14. Mai 2009

In einer Marktsituation wie dieser kann es sich auszahlen, die Unterschiede zwischen scheinbar gleichen Assets wahrzunehmen. So gibt es z.B. Automobilaktien und Automobilaktien. Derzeit können Sie General Motors-Aktien ungewöhnlicher Herkunft erwerben: Einst gehörten sie den GM Vice Chairmen Bob Lutz und Thomas Stephens, dem Präsident North America Troy Clarke und weiteren Führungskräften. Natürlich kann man sich dessen auf dem anonymen Markt nicht wirklich sicher sein, aber alleine die Möglichkeit hat etwas Ironisches an sich.

Und dann gibt es die Aktie von Ford Motor. In wenigen Tagen können Sie sich einige der 300 Mio. brandneuen Aktien zulegen. Die Vorsorgekasse von Ford Motor ist in Milliardenhöhe unterfinanziert (was in den Büchern nicht als Verbindlichkeit gekennzeichnet ist). Die Führungskräfte der obersten Ebene könnten das Thema, wenn sie wollten, ähnlich wie bei General Motors einfach unter den Teppich kehren. Aber sie nehmen sich des Problems lieber an und versuchen es zu lösen.

Ford Motors tut das, was US-Blue Chips tun sollten: Der Konzern besorgt sich Kapital auf dem offenen Markt, um das Unternehmen deutlich zu stärken. Die Unternehmensleitung kann das tun, weil die Aktie in den vergangenen Monaten 547% an Wert gewonnen hat, während die General Motors-Aktie nahezu wertlos ist. Zunächst ist der Kurs von Ford Motor nach Bekanntgabe der Kapitalmaßnahme gesunken, was jedoch reiner Unsinn ist: Der innere Wert der Aktie wird nämlich künftig steigen, da das Unternehmen das aufgenommene Kapital zur Tilgung der Schulden verwendet. Mein Tipp: Kaufen Sie jetzt Ford Motor-Aktien (bei derzeit rund 4,75 USD) und verkaufen Sie sie im Herbst lächelnd bei 10 USD.

Viel Spaß dabei wünscht

Adam Lass

US-Redakteur Taipan

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