Ein paar nette Worte und eine Waffe (Teil 3)

29. Mai 2009

Ich habe in den letzten Jahren viel über den Überwachungsstaat, die globale Erwärmung, Kernkraft, illegale Einwanderung, den Irak-Krieg, Energiepolitik, den Laizismus und Hilfe zum Selbstmord geschrieben. Aber zu keinem Beitrag habe ich bislang so viele Drohungen und selbst Todeswünsche erhalten wie zu dieser Reihe. Interessant!

Wie auch immer: Ich habe Investment-Tipps vor dem Hintergrund des aktuellen Waffen-Hypes versprochen. Die beiden Waffenhersteller Smith & Wesson und Sturm/Ruger unterscheiden sich wie Tag und Nacht. Und im Prinzip zählen sie nicht zu dem Sektor, der derzeit unter Beschuss steht. Wieso also entwickeln sich die Aktien der beiden Unternehmen seit Beginn der Obama-Zeit fast parallel?

Ruger:

Smith & Wesson:

Man erkennt erstens, dass Waffen anscheinend Luxusgüter sind, die sich nicht jeder leisten kann. Deshalb der starke Kurseinbruch seit Herbst 2007. Es ist aber auch bemerkenswert, dass die beiden Aktien seit November 2008 sehr gefragt sind. Seitdem herrscht Angst vor einer Verschärfung des Waffenrechts. Ich glaube jedoch, dass die Käufer dieser Aktien auf das falsche Pferd setzen.

Ich prophezeie Folgendes: Der Waffenboom wird sich bald abschwächen, da Obama hinsichtlich der Waffen recht tatenlos bleiben und die Gesetze nicht verschärfen wird. Darüber hinaus hat der klassische Waffenbesitzer derzeit einfach kein Geld, das er in Waffen und Munition investieren kann. Deshalb werden die Aktien von Smith & Wesson und Sturm/Ruger wieder zu realistischeren KGV zurückfinden. Ich schaue vielmehr auf Olin (NYSE: OLN). Das Chemieunternehmen besitzt die Patente für die Winchester-Munition und erzielt damit ca. 25% des Umsatzes. Olin hat kürzlich einen Vertrag über die Belieferung der Navy mit 9mm-Munition abgeschlossen und ist führend bei der Herstellung von Nachladetechnologien. Zwar bin ich kein Finanzberater. Ich kann Ihnen aber sagen, dass auch mein versierter Kollege Justice Litle auf Olin schwört.

Mit freundlichen Grüßen,

Jim Amrhein

US-Redakteur Taipan

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