Bernanke setzt den Kongress auf doppelte Bewährung
5. Juni 2009
Greg Marmalard: „Aber Delta ist bereits auf Bewährung.”
Dekan Vernon Wormer: „Sind sie das? Nun, dann sind sie von nun an auf doppelter Bewährung!”
- Animal House, 1978
Die Animal House-Analogie scheint vor dem Hintergrund der aktuell strengen Rhetorik des Kongresses zeitgemäß. Ben Bernanke tat kürzlich sein bestes, um die Wildgewordenen im Kongress zu bändigen. Viele Menschen glauben, dass die Fed die Kontrolle über die Geldmenge hat. Aber das stimmt ganz einfach nicht. Hauptsächlich kontrolliert die Fed einen Asset-Mix, den Mix aus Schatzanweisungen und US-Dollars. Falls zu viele Dollars im Umlauf sind, kann die Fed sie durch den Verkauf von Anleihen absorbieren. Wenn die Staatsschulden die Anleihepreise belasten, kauft die Fed die Wertpapiere mit Papiergeld. Was nun Dekan Wormer, pardon, Ben Bernanke wurmt ist, dass der Kongress den Job der Fed durch Aufnahme neuer Schulden immer schwieriger macht. Wenn der Kongress Schulden über 100 Mrd. USD aufnimmt, wird diese Summe Teil des Asset-Mix, über den die Fed wacht.
Es besteht das Risiko, dass die Gläubiger der USA irgendwann sagen: „Wisst ihr was? Genug ist genug! Wir streiken und kaufen eure Staatsanleihen nicht mehr. Wir laden uns eure Schulden nicht mehr auf.” Eben dies ist kürzlich der lettischen Regierung geschehen. Wenn dies den USA wiederfährt, werden der Kongress und die Obama-Administration die schuldigen sein. Washington will einfach nicht zugeben, dass wir uns in einem Super-Inflationszyklus befinden. Die USA sind ein Land ohne Geld und geben Geld aus, das sie gar nicht haben.
Mit freundlichen Grüßen,
Justice Litle
US-Redakteur Taipan




