Laufen Sie nicht den Schlagzeilen hinterher

19. Juni 2012

Gestern früh konzentrierten sich die Märkte auf die Gewinner der griechischen Wahl und die Investoren griffen zu. Zwei Stunden später richtete sich der Blick auf Spanien und deren Anstieg der Kapitalkosten. Die Investoren verkauften. Etwas später kauften sie dann wieder. Wenn man die fundamentale Lage missachtet und den stündlich wechselnden Schlagzeilen gemäß kauft, braucht man sich über Verluste nicht wundern.

Ungeachtet der Schlagzeilen hat der Gaspreis in den vergangenen zwei Jahren bloß eine Richtung gekannt: Nach unten.

Den Anlegern wurde etwas mulmig, als der Lagerhaltungsbericht in der vergangenen Woche nicht wie erwartet ausfiel. Aber ich erinnere Sie daran, dass ein Datenpunkt oder eine Schlagzeile noch nicht einen gefährlichen, langfristigen Trend umkehrt. Wir hören zwar ständig, dass die Zahl der Bohrschiffe für Erdgas abnimmt. Aber in den USA wird derzeit dermaßen nach Öl gebohrt, dass das Nebenprodukt Erdgas den Markt nichtsdestotrotz überflutet. North Dakota hat jüngst einen neuen Rekord bei der Erdgasproduktion gemeldet. Fast jedes der gesamten 19,5 Mio. Kubikfuß im April geförderten Gases fiel als Nebenprodukt bei der Ölproduktion an.

Es gibt eigentlich nur eine Möglichkeit, das Überangebot bei Erdgas abzubauen. Dafür müssten die Öl-Bohrunternehmen ihre Arbeit einstellen, und das wird beim aktuellen Ölpreis nicht so bald geschehen.

Andrew Snyder

US-Redakteur Taipan

Eine Reaktion zu “Laufen Sie nicht den Schlagzeilen hinterher”

  1. Armin

    Könnte bei dem Preis nicht der Verbrauch von Gas beflügelt werden. Gasautos währe doch etwas, oder?

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