Die schwelende Krise
6. Juli 2009
Derzeit geschehen sehr wichtige Dinge, von denen Sie vermutlich bereits wissen. Aber Sie werden mit so vielen kleinen Fakten überschüttet, dass sie das große Bild wahrscheinlich nicht erkannt haben. Es ist mein Job, Ihnen den Wald hinter den Bäumen zu zeigen, insbesondere wenn dieser bereits lichterloh brennt.
In den vergangenen zwölf Monaten haben wir viel über das H1N1-Virus, auch Schweinegrippe genannt, erfahren. Jeder hat mitbekommen, dass die Weltgesundheitsorganisation zunächst eine Epidemie, dann eine Pandemie ausrief. Aber diese ganzen Schlagzeilen, ob sie nun SARS, Ebola oder eine andere Krankheit betreffen, haben wir alle schon zu dutzenden gelesen. Am Ende verläuft sich die Geschichte im Sande und es bleibt die Versicherung der Medien, dass es uns beim nächsten Mal sicher ganz hart treffen wird.
Und dies wird dieses Mal tatsächlich der Fall sein. In diesem Jahr hat sich der Krankenstand in London vervierfacht. Bislang gibt es dort 1.794 gemeldete H1N1-Fälle. Dem Royal College of General Practitioners zufolge zeigen 80 von 1.000 Londonern Symptome der Schweinegrippe. In der vergangenen Woche waren es noch 20 von 1.000, nur um Ihnen mal eine Idee von der rasanten Ausbreitung der Krankheit zu geben.
Die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention planen eine massive Impfkampagne, in deren Rahmen 600 Mio. Dosen Impfstoff verwendet werden könnten. Von den fünf Unternehmen, die eine Impfung anbieten, hat lediglich GlaxoSmithKline mit “Relenza” ein Medikament für die Zeit nach der Ansteckung parat. Ich persönlich rechne damit, dass der Aktienkurs von GlaxoSmithKline von derzeit knapp 35 Dollar bis zum Winter auf 50 Dollar steigen wird.
Mit freundlichen Grüßen,
Adam Lass
US-Redakteur Taipan




