Geld drucken: Theorie und Praxis

8. August 2012

Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank, will alles Nötige tun, um den Euro zu retten. Das wirft eine Frage auf: Was braucht es, um eine Währung zu retten?

Was hat Herr Draghi? Der britische Telegraph glaubt, dass Draghi nicht mit leeren Händen dasteht:

„Mr. Draghi hat sich ein Mandat für unbegrenzte Offenmarkttransaktionen gesichert. Die EZB hat nun eine Lizenz, ähnlich wie die US-Fed mit überwältigender Kraft zu handeln.“

Ben Bernanke von der Fed hat in der Tat überwältigende Kraft. Aber reicht das aus? Alles was Notenbanker tun können ist schließlich, die Märkte mit mehr Geld und Kredit zu versehen.

Selbst wenn sie alles geben würden, könnten sie nicht eine echte Erholung anstoßen. Man kann eine Schuldenkrise nicht mit mehr Schulden bekämpfen. Wenn das so wäre, würde sich niemand mit Sparpaketen beschäftigen. Andererseits gab es wohl noch nie einen Geldfälscher, der seine Schulden nicht begleichen konnte.

Geld zu drucken ist kein Rezept für eine gesunde Wirtschaft oder eine Erholung. Es kann dabei nur darum gehen, die Probleme so weit wegzuschieben, bis die Anleger sie aus den Augen verlieren.

Bill Bonner

US-Redakteur Taipan

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