Die Dollar-Frage
26. August 2009Es ist schon eigenartig. Obwohl die Weltwirtschaftskrise und der letzte Börsencrash ihren Ursprung in den USA haben, ist der US-Dollar einer der Hauptprofiteure der Krise.

Im August 2009 schoss der Chart wie aus einem Kanonenrohr nach oben. Was hat das mit der Debatte um Inflation und Deflation zu tun? Eine Menge. Die Entkopplung des kurzfristigen Ausblicks des Dollars und der langfristigen Futures macht es aber schwer, im Kampf zwischen Inflation und Deflation einen Sieger zu ermitteln. Wenn ich einen Tipp abgeben müsste, hieße er „Erst Deflation, dann Inflation“. Durch den Einfluss der Bankenkrise könnte es zunächst zu einer Deflation kommen, da das Angebot an Krediten und Geld abnimmt. Pessimismus, der aktuell mit einer steigenden Sparquote einhergeht, wirkt sich in der Regel deflationär aus.
Unter den Investoren herrscht aber natürlich grenzenloser Optimismus. In Erwartung einer V-förmigen Erholung haben sie sich entsprechend positioniert. Wenn der Erwartungsballon die scharfe Spitze der Realität berührt, könnte es einen lauten Knall geben. Dann dürfte wieder die Zeit für Gold und Silber gekommen sein.
Mit freundlichen Grüßen,
Justice Litle
US-Redakteur Taipan




