Handelt es sich um eine Manie?

21. September 2009

Hier ist ein guter Test. Stellen Sie sich ein Unternehmen vor, das 1901 gegründet wurde und schrecklich nüchterne Produkte herstellt. Es hat eine Marktkapitalisierung von knapp 2 Mrd. Dollar und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 4 Mrd. Dollar. In den vergangenen Quartalen gab es aber keine nennenswerten Gewinne, was nach Ansicht der meisten Analysten auch erst einmal so bleiben dürfte. Die Aktie dieses Unternehmens liegt schon seit Jahren am Boden. Mit dem Aktienkurs geht es nicht erst seit 2008 abwärts, sondern bereits seit 2006. Vor ungefähr einer Woche lag der Kurs um 89% unter seinem Allzeithoch.

Das Unternehmen ist real: Es handelt sich um U.S. Gypsum (NYSE: USG). Das Unternehmen stellt grundlegende Baumaterialien wie Klinker, Zement und so weiter her. Auch ohne die Finanzkrise schmolz der Aktienkurs langsam von 121,70 Dollar auf 4,16 Dollar im April 2009 ab. Am Ende hatten die Investoren 97% ihres Geldes verloren. Bereits im vergangenen Herbst habe ich mich gefragt, ob dieser Ausverkauf nicht etwas übertrieben sein könnte. Ich riet damals dazu, Aktien von alten Unternehmen zu kaufen, welche die Insolvenz umgehen konnten. Dazu zählte ich auch Ford Motor (NYSE: F). Im Unterschied zu Ford Motor konnte die USG-Aktie ihre Verluste aber nur zu einem Teil wettmachen.

Ich erkenne Manien und bliebe dabei: Den Immobilienmarkt umgibt wieder einmal dieser ungesund süße Duft. Am letzten Mittwoch stieg der Aktienkurs von USG dann plötzlich innerhalb von Stunden um 27%, was der Nachricht vieler Baubeginne zu verdanken war. Der endgültige Beweis dafür, dass der Markt alle Vernunft hat fahren lassen. Wenn Sie sich auf der richtigen Seite der Manie befinden sollten, nehmen Sie das Geld und laufen Sie!

Mit freundlichen Grüßen,

Adam Lass

US-Redakteur Taipan

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