Washington und Wall Street zerstören die Republik

2. Oktober 2009

Ich bin inzwischen zu 100% davon überzeugt, dass in Washington und an der Wall Street böse Clowns am Werk sind. Und das Land ist zu gelangweilt oder zu gutgläubig, um es zu bemerken. Sie fragen sich nun sicher: “Wieso dieser plötzliche Wutausbruch?“

Paul Volcker, Mitglied im politischen Beraterstab Obamas, hat sich kürzlich über die Reform der Finanzmärkte durch die Obama-Regierung beschwert, die in seinen Augen die “Too big to fail“-Politik fortsetzt und neuerliche Bankenrettungen nötig machen könne. Man dürfe nicht einfach den Konsum und den Immobilienmarkt erneut aufblähen. Und die Reaktion der Wall Street? “Feuert den Typen!“ Die einzige Person mit dem nötigen Mumm, gegen die falsche US-Politik aufzustehen, soll zum Schweigen gebracht werden.

Die möglicherweise ärgerlichste Nachricht in dieser Woche trug den Titel “Wall Street-Magier reformiert Hypotheken“ und kam vom Wall Street Journal. Demnach gebe es an der Wall Street eine neue Form der Alchemie, welche toxische Wertpapiere ansehnlicher machen solle. Hier ist die anschauliche Grafik des WSJ:

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Das kommt uns doch irgendwie bekannt vor. Vielleicht deshalb, weil diese “neue“ Alchemie der alten gleicht wie ein Ei dem anderen? Unter anderem wurde die Finanzkrise schließlich durch einen viel zu geringen Eigenkapitalanteil der Banken ausgelöst. Haben wir denn wirklich überhaupt nichts gelernt? Anscheinend nicht, aber es könnte sogar noch schlimmer sein. Offensichtlich haben die Banken erkannt, dass Washington sie rettet, komme was wolle.

Mit herzlichen Grüßen,

Justice Litle

US-Redakteur Taipan

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