Die Rallye ist nur mit China zu erklären

13. Oktober 2009

Das weltgrößte Einkaufszentrum steht nicht, wie man meinen könnte, in den USA, sondern außerhalb der chinesischen Stadt Guangzhou. Ted deSwart, Berater für Einkaufszentren, meint: “Dieses Einkaufszentrum ist nicht nur ein Zeichen dafür, wie schnell China gegenüber dem Westen aufholt, sondern auch, dass China den Westen überholt.“ Leider hat sich China nicht nur an die Best Practices des Westens gehalten, sondern auch an die Worst Practices. Das Einkaufszentrum in Guangzhou namens South China Mall ist so überflüssig wie teuer, wir Amerikaner hätten es nicht besser machen können. Seit der Fertigstellung steht das Gebäude aufgrund der mangelnden Nachfrage im Prinzip leer, es ist ein ungeheurer Fehlschlag.

Es gibt noch weitere Berichte dieser Art aus China. Da werden massenweise Gebäude hochgezogen, nur um später leerzustehen oder sogar wieder abgerissen zu werden. Die Billionen Dollar, die China im Rahmen der Konjunkturpakete in die Wirtschaft gepumpt haben, tauchen an seltsamen Stellen wieder auf. Einige schätzen, dass rund ein Viertel der Gelder in Rohstoffspekulationen und auf den Aktienmarkt geflossen ist. Viele Billionen dürften in solche Wahnsinnsprojekte wie die South China Mall geflossen sein.

Unterm Strich liegt der Schlüssel zum Verständnis der aktuellen Rallye in China, da Peking dieselben Fehler macht wie Washington. Beide Machtzentren belohnen die Spekulation und schmeißen mit Steuergeldern nur so um sich. Es sind nicht nur die Konjunkturmaßnahmen allein, welche die Party auf den Aktienmärkten in Gang halten. Es ist auch eine konzertierte Aktion von Peking und Washington, die darauf abzielt, die Illusion so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.

Mit freundlichen Grüßen,

Justice Litle,

US-Redakteur Taipan

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