Singapur: Aktien aus dem Stadtstaat muss man jetzt nicht haben
10. April 2012Singapur ist bei vielen westlichen Investoren sehr beliebt. Das hat vor allem historische Gründe. Während Hong Kong in den 80er und vor allem 90er Jahren für westliche Firmen das Tor nach China war, hatte Singapur diese Rolle für China und vor allem für Südostasien inne.
Dadurch war und ist Singapur auch bei internationalen Investments sehr beliebt. Beide Städte halten diese Rollen übrigens noch heute, obwohl diese Stellung innerhalb der Weltwirtschaft in der kommenden Dekade deutlich abnehmen wird.
Damit sind wir schon bei dem entscheidenden Punkt, der mir auf meinem Singapur-Trip wieder klar vor Augen geführt wurde. Singapur ist eine umwerfende Stadt. Viel zu teuer, aber eine tolle Stadt (und ideal für Asien-Einsteiger).
Doch von der wirtschaftlichen Seite teile ich für die kommenden Jahre und Jahrzehnte nicht die Begeisterung vieler westlicher Investoren für Singapur. Verstehen Sie mich nicht falsch. Die Wirtschaft in Singapur wird weiter wachsen – überdurchschnittlich sogar.
Abbildung 1: Daniel Wilhelmi an der Singapur Stock Exchange
Quelle: Daniel Wilhelmi
Aber ich sehe in anderen Ländern in Südostasien langfristig deutlich mehr Potential. Kurzfristig besitzt Singapur sofort deutliches Nachholpotential, wenn die europäische Schuldenkrise überwunden wird und sich die Weltwirtschaft beruhigt.
Doch damit sind wir schon beim Punkt: Das ist ein ziemlich großes „wenn“. Zumal die Anlagemöglichkeiten am Aktienmarkt in Singapur sehr begrenzt sind. Die meisten Werte kommen nur aus drei Sektoren: Finanzen, Export/Schifffahrt und Bau/Immobilien.
Gerade vor dem Hintergrund der starken Verflechtung diese Sektoren in die globale Wirtschaft und Finanzszene muss ich solche Werte jetzt nicht im Depot haben. Da finden sich in anderen Ländern spannendere Anlagealternativen mit besseren Chance-Risiko-Verhältnissen.
Ihr
Daniel Wilhelmi,
Stellvertretender Chefredakteur Taipan-Deutschland
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